Die neue Google Suche: Search, plus Your World

So lautet der Titel des „neuen Google Algorithmus“, wenn man so will. Er könnte auch heißen „Nur noch sehen, was man sehen will“. Obwohl … will man das eigentlich? Aber der Reihe nach.

Das Thema personalisierte bzw. soziale Suche steht bei Google schon länger weit oben auf der Prioritätenliste. Die Integration seines eigenen sozialen Netzwerks Google+ ist nicht nur der nächste konsequente Schritt in diese Richtung sondern gleichzeitig ein Schlag gegen Facebook.
Im englischsprachigen Raum steht die neue Google-Suche bereits zur Verfügung. Auf der offiziellen Seite Inside Search wird angedroht verkündet:

If you aren’t seeing the features of Search plus Your World, don’t worry, we’re rolling them out over the next few days.

Was kommt nun auf uns zu?

Auf dem Google-Blog ist zu lesen, dass der neue Such-Algorithmus gelernt hat, nicht nur Content zu verstehen, sondern auch Menschen und ihre Beziehungen.

Persönliche Suchergebnisse zeigen Posts und Fotos meiner Google+ Kontakte, die mir z.B. bei der Suche nach einem geeigneten Reiseziel als Empfehlung nahegelegt werden.

Profile in Suchergebnissen sollen bei der Suche nach Personen helfen und darüber hinaus eine schnellere Interaktion ermöglichen. Über ein Google+ Profil als Suchergebniss kann man also direkt Kontakt zu der jeweiligen Person aufnehmen.
Es genügt es die Anfangsbuchstaben eines Google+ Kontakts einzutippen und man erhält neben seinem Profil eine Reihe weiterer Suchergebnisse, die mit dieser Person zusammenhängen. Das gleiche gilt auch für „Prominente“, wie die Autoren aus dem „Authorship Pilot Program“.

Hinter viele Suchanfragen steht die Suche nach einer Gemeinschaft. Darum bekommt man dank der neuen Google Suche auch (prominente) Profile angezeigt, die sich intensiv mit dem gesuchten Thema (Musik, Fußball…) auseinandersetzen und damit die Möglichkeit, in dieser „Community“ mitzuwirken.

Profile zum Thema Musik. Und ich sag noch "Will man das eigentlich?" ....

Zumindest für eingeloggte Nutzer verschwimmen so die Grenzen zwischen Social Networking und herkömmlicher Suche. Social Networking im Sinne von Google+ versteht sich, denn Facebook ist in diesem Fall raus. Und auch Twitter, was die wiederum gar nicht gut finden. Mehr dazu bei Techcrunch.
Doch auch Nutzer ohne eigenes Google+ Profil erhalten zukünftig verstärkt Einblick in das soziale Netzwerk in Form von Profilen und Updates in ihren Suchergebnissen.
Immerhin, mit einem Klick auf die Weltkugel kann man zur nicht personalisierten Suche zurückkehren.

Was heißt das jetzt für uns?

Persönlich sollte sich jeder bewusst sein, dass alles was er öffentlich auf seinem Google+ Profil zeigt zukünftig auch als Suchergebnis verwendet werden kann.
Auch Informationen, die man mit einem Kontakt privat geteilt hat, können ihm zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Suchergebnis gezeigt werden.
Als aktiver Google+ Nutzer wird man also selbst Teil der Suche.

Für Unternehmen wird es sich lohnen, eigene Google+ Seiten anzulegen und aktiv aufzubauen um als relevantes Profil für entsprechende Themen angezeigt zu werden.
Gleichzeitig wird der Google+ Button verstärkt auf Unternehmenswebseiten und Online-Shops Einzug halten. Von Freunden mit +1 bewertete Angebote schaffen Vertrauen und zählen irgendwann mehr als die reine Platzierung in den SERPs.

SEO ist damit mal wieder tot. Nein, das ist natürlich Quatsch. Aber statt rein auf Keywords zu optimieren und die Rankings im Blick zu haben, müssen SEOs ganzheitlich daran arbeiten, attraktive Seiten aufzubauen, die zur Weiterverbreitung via Google+ einladen. Das wiederum sollte mittlerweile aber sowieso Standard sein.

4 thoughts on “Die neue Google Suche: Search, plus Your World”

  1. Bin mir noch nicht ganz im klaren was das wirklich bedeutet.
    1) muss man dafür eingeloggt sein und das sind nur ca. 10%
    2) logge ich mich zB bewusst aus, damit ich eben keine beeinflussten Suchergebnisse erhalte.

    Grundsätzlich muss man aber als SEO die Sache zukünftig globaler angehen (wie im Blog geschrieben)

    1. @ Wolfgang

      zu 1. die 10% stimmen sicher nicht. Die meisten User bleiben immer eingeloggt wenn sie einmal einen Account haben
      zu 2. das werden ab jetzt sicher auch mehr Menschen machen oder aber sie wechseln zu Bing und Co.

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